Nach einer Nacht in Lafinur ging es direkt wieder auf den RN20, Richtung Quines. Da ich aber in die Sierra de San Luis wollte, bog ich rechtzeitig links ab. Der Aufstieg ist auf der Nordseite über die RP2 wesentlich schöner, direkt an einem kleinen Fluss entlang (hier konnte ich Papageien beobachten). Es ging über die Dörfer San Martin, Villa de Praga und Las Chacras zu den Cerro Largos. Alles in allem verschlafene Dörfer, in denen zur Zeit der Siesta, keine Menschenseele zu sehen ist. Die ganzen Dörfer werden mit Wasser aus einem kilometerweiten Aqueduct versorgt, das bei meiner Durchreise wohl einige Probleme hatte, immerhin ergab sich so eine Dusche am Wegesrand. Am Wegesrand gibt es auch viele Gifttiere, also Schlangen und Spinnen (hier vor allem tausende schwarzer Witwen) von denen man sich in Acht nehmen muss. Vor allem die Leitplanken sind voller Spinnen, keine gute Idee sich da mal draufzusetzen.
Am Fuße der Cerro Lagos konnte ich wild campen, wenn auch nahe der Straße, aber da fährt eh ganz selten jemand vorbei, also war alles ziemlich ruhig und friedlich.
Fahrradwege sind selten, so selten, das man sie dokumentiert haben muss. Meistens sind sie im schlechten Zustand und nur einige hundert Meter lang, dafür liegen sie oft im Schatten der Bäume. Zu erwähnen sind auch die unzähligen kleinen Schreine zu Ehren der Difunta Correa (man findet die Schreine übrigens landesweit). Oft mit Wasserflaschen überfüllt, erinnern sie an das Schicksal einer Frau, die mit ihrem Säugling durch die Wüste marschierte und verdurstete. Der Säugling wurde, nach der Legende zufolge, noch lebend an ihrer Brust gefunden und von einigen Gauchos gerettet. Seit diesem Wunder, gilt sie als Schutzpatron der Reisenden und wird mit Geschenken und der Darbringung von Wasser vereehrt.
Am nächsten Tag besuchte ich die Inti Huaca Grotte (war jetzt nicht sooo spektakulär) und das ehemalige Bergarbeiterdörfchen La Carolina. Die Fahrt war wirklich die Hölle, starker Nord-Westwind mit bis zu 60kmh machte schon das Einpacken des Zeltes zu einer Herausforderung. Nach La Carolina verwandelte sich der Seiten- und Gegenwind zu einem wunderbaren Rückenwind (feine Sache). Dannach ging es an den Abstieg, am Embalse Rio Grande und Embalse La Florida entlang, mit teilweise sagenhaften 67km pro Stunde.
Durch San Luis wollte ich jetzt nicht unbedingt durchfahren und entschied ich dazu, stattdessen über El Volcan und Potrero de Los Funes zu fahren. Nördlich vom Embalse Potrero de Los Funes, um den übrigens auch eine Rennstrecke verläuft, könnte ich unterhalb einer Böschung wieder mein Zelt aufschlagen.
