El alemán.

Reisen, Impressionen, Reflexionen

Aconcagua und Ruta Provincial 13

Vom Nationalpark El Leoncito ging es über die RN149 direkt nach Uspallata. Laut Karte und auch offiziell, ist die Straße eigentlich asphaltiert. Asphaltiert war leider nur der Anfang und das Ende, der Löwenanteil war Schotterpiste, die bis zum Ende immer schlimmer wurde. Aber der Wind blies (noch) günstig und ich erreichte Uspallata, trotz einiger Zonda-Kostproben, noch am frühen Nachmittag. Unterwegs entdeckte ich viele Guanacos (sehen die mich schon aus der Ferne, nehmen die Reißaus) und einen Vogelstrauß der mit ziemlich überhöhter Geschwindigkeit meinen Weg kreuzte. Zwischen Barreal und Uspallata gibt es nichts, keinen Laden und kein Haus, also kam schon im Nationalpark wieder mein Wasseraufbereiter zum Einsatz, damit war vorgesorgt. Die Straße wird auch kaum befahren, ganze vier Autos zählte ich an diesem Tag.

In Uspallata entschied ich mich doch dafür, den Aconcagua zu besuchen. Allerdings wollte ich schon etwas den Pass anfahren und irgendwo am Fuße campen um Zeit zu sparen. Ziel war die kleine Brücke um „Punta colonial de Picheuta“. Der Gegenwind aus Westen war hammerhart, je später am Tage, desto stärker weht der Zonda. Deshalb schwor ich mir, schon um 6 Uhr Morgens loszufahren (also um 4:45 aufstehen, ächz), damit ich am Mittag, wenn der Wind loslegt, oben bin. Der Plan ging fast auf, 5 km vor Ende fegte mir allerdings der Wind um die Ohren.

Den Aconcagua in seiner ganzen Pracht zu sehen, kostet schlappe 200 Pesos. Der Weg zum Aussichtspunkt führt an zwei Lagunen vorbei und ich konnte wieder einen Kondor am Himmel ausmachen. Wer will, kann bis ins Basislager spazieren, dazu hatte ich aber keine Lust. Der Aconcagua war schließlich gut gelaunt und zeigte sich fast ohne ein Wölkchen. Im Info-Center traf ich noch auf zwei Kanadier, die meinten, es sei noch ein Tourenfahrer unterwegs nach oben. Getroffen habe ich ihn nie, er muss wohl weiter zum Chile-Pass gefahren sein, aber wer lässt schon den Aconcagua links liegen? Bisher fahre ich irgendwie ganz allein umher. In Los Penitentes traf ich dann aber einen Ex-Touringfahrer, der die Strecke Mexiko-Feuerland bewältigt hatte. Dieser gab mir zu verstehen, dass dieser Zonda-Wind, über den ich so beeindruckt war, nichts im Vergleich zu den Winden in Patagonien ist. Er kroch im Süden fast auf allen Vieren, wegen des Windes, na Prost Mahlzeit!

Ich fuhr noch am selben Tag (mit einem respektablen Rückenwind) nach Uspallata zurück. Zur Erfrischung gab es ein kühles Bier (habe ich schon erwähnt, dass mir das argentinische Bier besser schmeckt als die deutsche Reinheitsplörre?) und dannach habe ich mich mit ordentlich Proviant eingedeckt. Die nächste Strecke führte mich nämlich über die RP13 nach Mendoza, die ich ebenfalls schon testungsweise anfuhr. Da die Straßeverhältnisse mich zufrieden stimmten, fuhr ich ich ein Stück raus aus Uspallata und campte abseits der Straße. Die Nächte abseits von Städten und Siedlungen sind, wenn kein Wind weht, sehr ruhig und sehr erholsam. Außerdem sind die Sterne und die Milchstraße bei klaren Nächten sehr deutlich zu erkennen, da es keine oder nur kaum Lichtverschmutzung gibt.

Die RP13 bestand aus einer reinen Schotter- bzw. Steinpiste und scheuchte mich über zwei 3000 m Gipfel. Die teilweise extrem steilen Abschnitte waren nicht immer zu bewältigen und ich musste halt ein paar hundert Meter mein Fahrrad schieben (Arm- und Wadenmuskeltraining).

Genau in der Mitte der Strecke gab es innerhalb eines Tals eine Bergquelle mit klarem und erfrischendem Wasser. Zeit für eine Rast mit Kaffee, Bananen, Brot und Erdnüssen als Kraftspender. Viele Motorrad- bzw. Buggyfahrer befuhren die Strecke, die machten dort ebenfalls Rast – als Fahrradfahrer, war ich ein amüsant anzuschauender Exot. Die Strecke wurde zum Ende immer schlimmer, deshalb würde ich jedem raten, die RP13 auf der Uspallata-Seite zu beginnen (so wie ich es tat), denn trotz Abstieg ist man sehr langsam ca. 5 bis 8 kmh (ca. 8 Stunden insgesamt für die Strecke). Ich wollte am Abend nicht auch noch durch Mendoza fahren und so entschied ich mich für einen Stopp zu Fuße der Caracoles Casa De Piedra. Erst am nächsten Tag fuhr ich schließlichddurch Mendoza, dazu später mehr.

Mein Fahrrad hat alles gut gemeistert, lediglich vorne mussten endlich die Bremspads erneuert werden.

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