Von Villa Pehuenia zum Volcán Lanín via Ruta Provincial 23
Von Villa Pehuenia ging es mit guter Stimmung und Elan am Rio Aluminé entlang, bis zur gleichnamigen Stadt Aluminé und darüber hinaus. Da holperte ich so beseelt über die Schotterpiste, dass ich gar nicht bemerkte, dass sich mein Handy still und heimlich davon machte. Der Reißverschluss meiner Ladetasche war wohl nicht richtig zu und durch das ständige Holpern über die Piste, hüpfte das olle Telefon frecherweise samt Ladekabel heraus. Das merkte ich allerdings erst so ca. zehn Kilometer später.
Ich drehte schließlich um und suchte die Straße langsam ab, in der Hoffnung es wiederzufinden. Ich fand es auch, leider war es von unzähligen Autos total kaputt gefahren worden. Immerhin konnte ich die Speicher- und Simkarte aus den Überresten Bergen. Der Tag war aber trotzdem gelaufen.
Naja Schwamm drüber, weiter geht’s. Ich fuhr noch am selben Tag, über die äußerst schöne RP 23 weiter nach Süden. Die Straße war wirklich sehr gut zu fahren und die Landschaft am Rio Aluminé war sehr sehenswert. Kurz nachdem sich die Straße vom Fluß getrennt hatte und es langsam den Hügel hinauf ging, campte ich schließlich am Straßenrand.
Volcán Lanín
Am nächsten Tag stand viel auf dem Programm, hoch zum Volcán Lanín und mein Visum am Grenzübergang „verlängern“. Des Weiteren wollte ich dem Lago Tromen einen Besuch abstatten, der ebenfalls in der Nähe zu finden ist.
Zum Vulkan gibt es eine Nord- und Südroute. Ich wählte die Nordroute, vor allem aufgrund der schöneren Sicht auf den Vulkan. Der Eintritt kostet auch nichts und die Straße ist sogar teilweise asphaltiert. Ferner liegen der Grenzübergang zu Chile und der See „Tromen“ in unmittelbarer Nähe.
Der Weg zum Vulkan führte über die RP 60 am Rio Malleo entlang bis hoch zum Pass nach Chile. Auf linker Seite lag der Vulkan, der alsbald auch schon in Sichtweite kam. Ab dem Nationalpark-Bereich, war die Straße wieder richtig übel, so daß mehr geschoben als gefahren wurde. Aber auch diese zehn Kilometer wurden überstanden und ich machte eine Pause am Campingplatz des Nationalparks.
Nach der Pause kümmerte ich mich um das Visum und fuhr die letzten Kilometer hoch zum Pass und dem eigentlichen Grenzübergang. Die Ausreise aus Argentinien ging schnell von statten. Ticket ziehen, zwei Stempel aufs Ticket und in den Pass, weiter geht’s. Ganz anders die Einreise nach Chile, da wird man ausgefragt, muss deklarieren und das Gepäck wird durchleuchtet bzw. durchsucht. Alles natürlich mit finsterer und strenger Miene. Die guckten nicht schlecht, als ich, kaum eingereiht, umdrehte und prompt wieder ausreiste. In Argentinien dann wieder die Einreise, wieder Zack-Zack und erledigt. Die Reise kann mit neuem 90-Tage Visum entspannt weitergehen. Ein bisschen extra Zeit kann ich immer gebrauchen.
Wieder zurück beim Campingplatz des Nationalparks führte ein drei Kilometer langer Weg runter zum See Tromen. Ach, was für ein traumhaft schöner Anblick! Zwar wehte ein strenger Westwind, aber der See und der Bereich darum sind eine Idylle, so das ich beinahe dort geblieben wäre. Klares Wasser, reine Luft, herrliches Ufer, kaum Menschen, schöne Landschaft, einfach wunderschön.
Aber ich fuhr nach einem längeren Pause wieder nach unten und campte an einem ebenso schönem Flecken direkt am Rio Malleo. Die Nächte werden jetzt in der zweiten Nachthälfte recht kühl und ich werde meistens wach und muss den Schlafsack auspacken, vorher reichte mir immer ein Baumwoll-Inlet. Morgens dauert es dann auch lange bis es wärmer wird, vor allem wenn die Sonne noch nicht so hoch steht und man im Schatten fährt. Gegen Nachmittag wird es dann wieder unerträglich warm. Bisher hatte ich aber mit dem Wetter ziemliches Glück, fast jeden Tag gab es Sonne satt.
Ruta Provincial 63 und 65
Junin de Los Andes und San Martin de Los Andes wurden am darauf folgenden Tag besucht, bevor es den Hügel hinauf ging um auf die Ruta Provincial 63 zu wechseln. San Martin de Los Andes liegt zwar schön am Lago Lácar, aber es ist touristisch und kommerziell total überfrachtet. Da will ich dann, nach einem kurzen Aufenthalt, einfach nur schnell weg. Absolut nicht mein Fall.
Die Ruta Provincial 63 ist wunderschön und sehr gut zu fahren (nicht ein Auto begegnete mir), trotz fehlendem Asphalt. Mir gefiel sie besser als die darauf folgende Ruta Provincial 65, die ja wegen Villa Traful und dem Lago Traful so gehypt wird. Erst geht’s am Lago Meliquina vorbei durch den kleinen Ort Villa Lago Meliquina, dann weiter am Rio Meliquina entlang. Irgendwann geht es dann nur noch bergauf und man erklimmt den Paso del Córdoba, der mit sensationellem Panorama-Ausblick aufwarten kann. Landschaftlich durch die vielen obskuren Steinformationen und Bergkuppen, die entfernt an Festungen erinnern, eine sehr interessante Strecke.
Die Ruta Provincial 65 ist auch nicht zu verachten, da sie am schönen und über 20 km langen Villa Traful entlang führt. Die Strecke war auch nicht asphaltiert und verabschiedete sich mit einem steilen Hügel, ehe es wieder auf die Ruta Nacional 40 ging. Ich schlug mein Lager an der Laguna Bailey Willis auf und schlief bei herrlich lautem Froschgequake ein.
