El alemán.

Reisen, Impressionen, Reflexionen

Peninsula Valdés

Wie die Halbinsel erkunden?

Die Peninsula Valdes wird hauptsächlich auf zwei Varianten erkundet, entweder per Auto (z. B. Mietauto) oder mittels einer organisierten Tour (also per Kleinbus). Andere Varianten wären per Fahrrad oder zu Fuß (alternativ per Anhalter).  Die Touren haben ein enges Zeitfenster, man zahlt sehr viel Geld und muss sich an die Bedingungen der Organisation halten. Das wäre überhaupt nichts für mich.

Extra ein Auto mieten für 2000 Pesos (und aufwärts) pro Tag + 1000 Pesos Sprit + Eintrittsgebühr 650 Pesos, sind auch zu teuer. Also schön mit dem Fahrrad fahren dachte ich, allerdings wird das einem ziemlich erschwert, bzw. ist es nicht erwünscht und es wird einiges unternommen, um es einem ja auszureden. Besonders vom Tourismusgewerbe wollen natürlich alle, dass man ihre ollen Touren bucht und die Luft mit ihrem dummen Bus verpestet. Nee, danke und Tschüss!

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Fahrradfahrer haben ein Problem

Die Halbinsel ähnelt glatt einer Hochsicherheitszone, sie hat nämlich nur einen Eingang über die Ruta Provincial 2 und da kommt man nur rein, wenn man vorher auch brav die 650 Pesos gezahlt hat (alles eingezäunt und streng überwacht). Im Vergleich zu anderen Parks ist das der doppelt übliche Preis (also ziemlicher Wucher). Auf der gesamten Halbinsel gibt es ferner nur einen Campingplatz und der liegt in Puerto Piramides. Der ist offiziell geschlossen, aber man darf trotzdem dort umsonst campen, allerdings gibt es keinen Service zu erwarten und der Campingplatz sieht dem entsprechend auch aus. Die Preise auf der Halbinsel sind unverschämt und schlagen ordentlich auf den ohnehin schon höheren „Wir sind hier in Patagonien und hier ist eh alles teuerer“ Preis oben drauf.

Doch zurück zum eigentlichen Problem des „State-Parks“. Per Fahrrad fährt man 100 km von Puerto Madryn nach Puerto Piramides und kann dort ohne Problem campen, so weit so gut. Aber will man um die Halbinsel herumfahren, also die Ruta Provinzial 2, 47 und 3, hat man keine einzige Möglichkeit zum Camping. Die Strecke ist 192 km Schotter- und Sandpiste, wenn ich mich nicht irre. Ein trainierter Fahrer kann das u. U. an einem Tag schaffen, aber das wäre ein Gehetze ohne Gleichen und zum Erkunden der Tier- und Pflanzenwelt wäre nur sehr wenig Zeit.

Zur Lösung des Problems, gibt es dann auch nur zwei Möglichkeiten, entweder man fragt auf einem der Bauernhöfe (sehr schwierig) nach Unterkunft oder man campt einfach wild irgendwo. Allerdings ist das sehr schwierig, da die Ranger und auch Anwohner sehr dagegen sind und fürchten, man vermülle die Gegend oder legt dummerweise ein Feuer. Ist es beispielsweise 19.00 Uhr und der Ranger sieht einem auf dem Rad, kann es passieren, dass er einen mitnimmt und nach Puerto Piramides zurückbringt und man darf somit alles nochmal fahren. Oder man fährt Tagestouren die immer wieder nach Puerto Piramides zurückführen (man müsste also doppelte Strecken fahren und kann einen Loop um die Insel vergessen).

Ich vertraute dagegen auf mein Glück und fuhr am zweiten Tag von Puerto Piramides nach Punta Cantor (100 km) und konnte dort mit ordentlich Vitamin B glücklicherweise eine Nacht verbringen. Am nächsten Tag radelte ich um Punta Norte herum wieder 120 km zurück nach Puerto Piramides. Am letzten Tag fuhr ich dann wieder die 100 km nach Puerto Madryn zurück, diesmal aber via Küstenstraße (die ist viel schöner als die verkehrsreiche Ruta Nacional 3). Insgesamt also entspannte 450 km die ich in vier Tagen bewältigen musste.

Tag 1 – Puerto Piramides und Punta Piramide

Auf der Peninsula Valdez verbrachte ich somit insgesamt vier Tage. Am ersten Tag erkundete ich Puerto Piramides und fuhr zu den Seelöwen um Punta Piramide ehe ich auf dem Campingplatz einkehrte. Am Abend dann noch schnell ins Meer gesprungen, Wasser war ziemlich kalt und ich hielt es nicht wirklich lange aus.

Tag 2 – Salina Chica, Punta Delgada und Punta Cantor

Am zweiten Tag die RP 2 nach Punta Delgada zum Leuchturm und den Seeelefanten. Dazwischen liegen die Salina Grande und Salina Chica, zwei Salzseen die je nachdem ob sie Wasser führen unterschiedlich farblich leuchten. Die Salina Chica ist mit dem Fahrrad zugänglich und so konnte ich eine Runde auf dem See drehen. Der Salzsee führte in der Mitte etwas Wasser und leuchtete leicht pink, während er am wasserarmen bzw. trockenem Rand des Sees, weisslich leuchtete. Leider waren keine Flamingos zu sehen. Flamingos sollte ich erst später auf der Isla de los Pajaros zu Gesicht bekommen.

Nach einer kleinen Pause ging es dann weiter nach Punta Delgada, wo ich ziemlich nah an eine Seeelefantenkolonie kommen konnten, natürlich nur mittels Guide und incl. 250 Pesos Gebühr. Punta Delgada ist privater Grund, wie fast die gesamte Peninsula. Ferner wird das „Unesco Welterbe“, dass eigentlich ein geschützter Naturraum sein sollte, auch landwirtschaftlich genutzt (überall laufen Pferde und Kühe frei herum und trampeln alles platt). Die privatisierten Gegenden waren des Weiteren nicht immer eine ganz legale Sache, aber der Staat schaute stets darüber hinweg und die „Eigentümer“ spielen sich noch so auf, dass ihnen alles gehört, incl. der Seeelefanten – was einfach falsch ist.

Die Seeelefantenkolonie war um diese Jahreszeit nur von Jungtieren bevölkert. Die erwachsenen Tiere (dazu gehören leider auch die reisigen, imposanten Männchen) sind zur Zeit alle im Meer und kommen erst im Winter wieder zur Paarung ans Land. An der Küste findet man zudem viele ausgeblichene Fellfetzen, die die Tiere bei ihrem Fellwechsel zurücklassen (das neue Fell ist dann dunkelgrau). Die Tiere liegen zur Temperaturregulation lange in der Sonne, drehen sich hin und wieder mal oder schaufeln sich warmen Sand auf den Körper. Gegen Morgen waren sie dagegen wesentlich aktiver und man konnte kleine Ränkespiele beobachten bzw. zuschauen wie sie ins Meer schwammen und nach Nahrung suchten (auch ziemlich abhängig von Ebbe und Flut).

In Punta Cantor konnte ich abermals Gürteltiere beobachten und wartete doch vergeblich darauf, dass sich am Abend Schwertwale zeigten (ich wartete Stunden, bis zum endgültigem Höhepunkt der Flut). Schwertwale können immer dann am besten beobachtet werden, wenn die Flut herreinkommt. Dann kann es vorkommen, dass die Schwertwale bis an den Strand herankommen um z. B. zu jagen oder den Jungtieren etwas beizubringen. Bei der nächsten Flut am darauffolgenden Tag, kam abermals kein Schwertwal in Sichtweite. Schade darum, aber vielleicht ein andernmal! Im Norden der Peninsula um Punta Norte zog gegen Abend ein heftiges Gewitter mit Starkregen auf und ich entschied mich in der Gegend die Nacht zu verbringen.

Tag 3 – Magellan Pinguine und Punta Norte

Nachdem ich extra früh aufgestanden war, um nochmal meine Chance auf eine Schwertwal-Sichtung wahrzunehmen, wurde ich abermals enttäuscht. Immerhin gab es dann eine kleine Kolonie Magellan-Pinguine als Entschädigung. Auf dem Weg nach Punta Norte konnte ich viele Guanakos, Gürteltiere, Seelöwen und Graufüchse beobachten. In Punta Norte wiederum Seeelefanten und abermals Seelöwen. Da der Wind stark auffrischte, entschied ich mich dazu, weiterzufahren und kam gegen Abend wieder in Puerto Piramides an. Durch ein Gewitter am Vortag war die Strecke ziemlich matschig und schwer zu fahren, aber die Sonne hatte gegen Abend alles getrocknet.

Tag 4 – Rückkehr nach Puerto Madryn

Am nächsten Tag fuhr ich dann wieder zurück nach Puerto Madryn, diesmal über die Küstenstraße um die Area Natural Protegida El Doradillo. Ich besuchte vorher selbstverständlich auch die Isla de los Pajaros.

Puerto Madryn und die Problematik um die angebotenen Touren

In Puerto Madryn und Piramides kann man immer noch Touren buchen, um Wale im Meer zu sichten bzw. um mit Robben zu schwimmen. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden weil es einfach nicht vernünftig reguliert wird und die Tiere als auch die Umwelt darunter leiden müssen.

Alleine in Puerto Piramides gibt es fünf Argenturen die Walbeobachtungen und der gleichen anbieten. In der Hochsaison fahren dann alle Boote, schwer beladen mit Touristen, raus um nach Walen Ausschau zu halten. Sichtet ein Boot dann schließlich einen Wal, werden per Funk sofort alle anderen Boote verständigt. Alsbald sind dann z. B. fünf Schiffe um den armen Wal, mehr als die Regulierung erlaubt (es sind so 2 oder 3 Schiffe maximal, laut einem Ranger). Ferner verlieren die Wale die Scheu vor den Schiffen (sind ja freundliche Schiffe) und werden dann im Südatlantik von chinesischen Walfangschiffen abgeknallt.

Die Schiffe verschmutzen ferner die Umwelt und zerstören den Strand und maritimes Leben durch ihre Schiffsschrauben. Alles nicht so super. Also am besten man bleibt am Strand und schaut auf die See und hofft auf sein Glück.

Das Schwimmen mit den Robben für 2700 Pesos wird ebenfalls kaum reguliert und es sind dann einfach viel zu viele Menschen um die Robben herum (das dann auch oft viele Tage hintereinander). Auf diese Belästigung von Tieren habe ich dann keine Lust, vor allem wenn es kaum Ranger gibt, die es regulieren und unter Kontrolle halten können. Da regulier ich dann selbst und verzichte auf diesen teuren Schwachsinn.

Fazit

Peninsula Valdes ist wunderschön, viele Tiere und eine wunderschöne Landschaft. Leider gibt es zu wenig Ranger und nichts wird ausreichend reguliert bzw. überwacht. Alles wird auf maximalen Profit ausgerichtet, zu lasten der Umwelt und den Tieren natürlich. Ferner wird das „geschützte Gebiet“ auch zusätzlich noch landwirtschaftlich genutzt, was für ein Widerspruch und Irrsinn in sich.

 

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