El alemán.

Reisen, Impressionen, Reflexionen

Perito Moreno Nationalpark

Von El Calafate ausgehend, radelte ich über La Leóna in insgesamt drei Tagen nach El Chaltén. Die Strecke nach El Chaltén war zwar asphaltiert aber ich hatte mit starkem Gegenwind aus Westen zu kämpfen. Das Ziel bestand eigentlich nur darin, den Berg Fitz Roy etwas näher zu sehen und vielleicht eine kleine Wanderung zu unternehmen (beides war mir leider nicht vergönnt, der Berg hüllte sich in Wolken). Die Strecke am Rio Leóna war besonders schön und ich konnte oftmals meine Flaschen mit Gletscherwasser auffüllen.

El Chaltén ist eine Touri-Retortenstadt ganz im zweifelhaften Charme aller anderen Touri-Pilgerstädten der Anden (wie z. B. El Calafate oder Bariloche). Viel zu viele Menschen, laut, teuer und eben total überfüllt (das Internet bricht hier regelmäßig zusammen).

Eine Unterkunft zu finden, ist eine wahre Herausforderung und Wanderungen macht man grundsätzlich im Gänsemarsch mit hunderten von Touristen bzw. Backpackern (die alle die gleichen Fotos schießen und auf Asocial Media posten). Das ist nichts für mich, bloß weg hier! Ich machte schließlich auch keine Wanderung, wozu auch, wenn alles wolkenverhangen ist und ich keinen Berg sehen kann.

Der Perito Moreno Nationalpark sollte schließlich meine letzte Station in Argentinien sein. Zuerst fuhr ich aber von El Chaltén aus nach Tres Lagos (sympathischer kleiner Ort) und von dort über Gorbenador Gregores zum Nationalpark. Dabei passierte ich den Lago Cardiel, landschaftlich alles etwas interessanter, auch wenn ich 70km Schotterpiste bewältigen musste.

Die Strecke zum Nationalpark ist eine 90 km Schotter- und Steinpiste, mit leichter Steigung und dem bisher heftigsten Gegenwind, den ich jemals ertragen mußte. Die Strecke kostete mich einen ganzen Tag und ich saß ganze 11 Stunden auf dem Rad. Ich mußte dabei oft das Fahrrad schieben und ständige Pausen einlegen. Ich wollte oft umkehren, blieb aber letztendlich standhaft.

Tja, was soll ich sagen? All die Strapazen haben sich aber schließlich dennoch gelohnt. Der Nationalpark ist einer der schönsten Orte Argentiniens und es sind so wenig Touristen hier! Ein wahrer Traum! Das ich der einzige Fahrradfahrer innerhalb dieser Saison war (so versicherte mir ein Ranger), spricht ebenfalls Bände. Auf meinem Weg konnte ich Guanakos, Graufüchse, Gürteltiere und viele Kondore entdecken.

Im Nationalpark angekommen, wurde mir an der Rangerstation erst einmal klar gemacht, dass ich noch weitere 16 km zum Campingplatz fahren musste oder eben 10 km zur nächsten Hütte. Ich entschied mich für die Hütte am Lago Belgrano. Von einem sehr netten Ranger bekam ich sogar noch ein üppiges Fresspaket mit auf den Weg. So fuhr ich zur Hütte und kampierte am Ufer des Lago Belgrano. Ich hätte auch in der engen Hütte übernachten können, aber dort waren schon zwei Argentinier einquartiert und da ziehe ich dann doch lieber das Camping vor.

Etwas Salz gefällig? Hitze und Anstrengung.

Ich machte mehrere Wanderungen, hunderte Fotos und konnte viele Vögel beobachten. Der Wind wehte aber unnachlässig aus Westen und hob mich oftmals aus dem Sattel. Achja der Sattel, den tauschte ich letztendlich aus, da er abermals an der Schweißnaht gebrochen war (in El Calafate hatte ich mir ja bereits einen Ersatzsattel besorgt).

Insgesamt blieb ich zwei Tage und verbrachte den letzten Tag am Lago Burmeister.

Der Park wurde allerdings von einer Raupenplage heimgesucht. Am schlimmsten war es am Lago Burmeister, mein Zelt und Fahrrad waren geradezu bedeckt von schwarzen und haarigen Raupen. Selbst Tage später, fand ich noch in meinem Gepäck, die ein oder andere vertrocknete Raupe. Igitt!

Da das Ethanol zum Kochen knapp wurde, benutzte ich auch zum ersten Mal meinen Holzvergaser. Ziemlich effizient und einfach zu betreiben. Aber durch die starke Rußbildung, war es eine einzige Sauerrei und ist nur etwas für den Notfall.

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