Nach meinem Kurztrip durch Uruguay, bin ich nun wieder in Argentinien, genauer gesagt, in Entre Rios, dem Land zwischen den Flüssen (Rio Uruguay und dem Rio Parán). Dabei nutzte ich die Gelegenheit und besuchte die Nationalparks El Palmar und Pre Delta. Diese liegen auf fast gleicher Höhe, nur jeweils am anderen Flußufer. Dazwischen liegt das Kernland, endloses Farmland, das mit Pampa und Sumpfland durchsetzt ist. Am Rio Parán liegen ehemalige deutsche Auswanderungsgebiete, teilweise lassen die Ortsnamen dies erkennen (z. B. Spatzenkutter). Vor allem in Crespo, sollen viele „Wolgadeutsche“, wie mir von einheimischer Seite berichtet wurde, ein neues Zuhause gefunden haben. Wird noch deutsch gesprochen? Natürlich nicht, ist alles ziemlich lange her, nur ein Dialekt soll übrig geblieben sein. Die Städte und Dörfer bieten wenig Abwechslung, wobei die hippe Universitätsstadt Libertador San Martin und Diamante für mich herausragten. Auf dem Land ist man Fremden, die mit schlechten Spanischkenntnissen glänzen und zu dem mit einem vollgepackten Fahrrad unterwegs sind, immer zuerst etwas misstrauisch, überfordert und eigenbrötlerisch, eben alles wie bei uns zu Hause. Trotzdem half man mir wo man nur konnte. Es wurde mir ein Platz zum Campen angeboten, öffnete den Supermarkt eine Stunde früher als sonst, kutschierte mich und mein Fahrrad durch den Subflavial Tunnel oder man schenkte mir einfach etwas zu Essen.
Das Fahrrad hält auch noch durch, hintere Bremse ist bald an der Reihe, Gangschaltung musste neu eingestellt werden, sonst ist aber alles noch im Lot. Mir geht’s auch gut, nur muss ich mir bald endlich mal einen Matebecher anschaffen. Ohne, geht ja gar nicht, ist wie nackt sein. Jeder läuft mit so einem Becher rum, von morgens bis abends.






